Zen-Buddhismus

 

Zen ist eine Schule des Buddhismus, die in China entstanden ist und sich von dort auch nach Japan, Vietnam und Korea ausbreitete. Wesentlich beeinflusst wurde Zen vom chinesischen Taoismus. Zen bedeutet "Versenkung, Meditation" und so liegt auch der Schwerpunkt dieser Schule in der Meditation. Diese dient der Erkenntnis der leuchtenden Buddhanatur, die das wahre Wesen oder den Urgrund des Daseins, die erleuchtete Selbstnatur, ausmacht und vom Leiden im Kreislauf der Wiedergeburten befreit.

Erleuchtung im Buddhismus wird als das Erkennen der Illusion des Ich und der Subjekt-Objekt-Trennung aufgefasst und soll Anhaftungen an das Dasein wie Gier, Hass und Verblendung auslöschen. In der Erleuchtung wird Nirvana (Erlöschen, Verwehen) erreicht und der Geist in Weisheit und Mitgefühl vervollkommnt.

Die Praxis des Zen, die in Klöstern ausgeübt wird, umfasst Zazen (Sitzmeditation), Samu (Konzentration auf das gegenwärtige Tun), Kinhin (Meditation während des Gehens) und das Rezitieren bestimmter Texte. Typisch für Zen sind paradoxe Sprüche, die als Meditationsobjekt dienen, die Koans. Sie sollen das diskursive Denken transzendieren, um von der Illusion des Ich zu befreien. Ein solches Koan ist z.B. die Frage: Hat ein Hund Buddhanatur? Konzentration auf das Gegenwärtige während aller Beschäftigungen dient dazu, auch im Alltag Achtsamkeit zu üben.

In Japan bestehen zwei Hauptschulen des Zen. Rinzai legt den Schwerpunkt auf Koan-Meditation, Soto auf Sitzmeditation.

In Japan hat sich der Zen-Buddhismus deshalb so fest etabliert, weil der Kriegeradel der Samurai Meditation als Mittel zur Selbstdisziplin nutzte. In Ostasien hat Zen maßgeblich Kunst und Kultur wie Dichtung, Kalligraphie, Kampfkünste, Gartengestaltung und Teezeremonien beeinflusst