Ruhe und Konzentration - Zen Garten

 

Der Japangarten wird in Form eines Landschaftsgartens in vollendeter Ästhetik gestaltet. Er dient beim Durch schlendern und Betrachten rein der Freude von Geist und Seele. Im eigenen Garten, in öffentlichen Parks, an alten Schlössern und Burgen ist diese Art von Gartengestaltung zu finden. Alle Gestaltungselemente sind dabei der Natur nachempfunden. Bei einer großen Fläche werden auch große Gestaltungselemente verarbeitet. Steht nur eine kleine Fläche zur Verfügung, werden Berge als Hügel gestaltet und Bäume von Gartenbonsai getrimmt.
Eine besondere Form ist der Zengarten im Kare-san-sui-Stil. Bei dieser Bauart eines Zengartens wird auf große Pflanzen und Wasser ganz verzichtet. Karesansui : im wesentlichen bestehend aus einer Kiesfläche und arrangierten Felsen. Weißer Sand oder Kies stellt das Meer dar. Die Steine symbolisieren die Berge und Klippen.

 

Der Gartenaufbau im Zen Garten


Das wesentliche eines Zengartens ist das Erkennen und Begreifen. Das wenige, in einer freien Fläche harmonisch eingebracht, lädt sofort zum ruhigen Verweilen ein. Der Besucher spürt auf den ersten Blick dass hier mehr ist als sein Auge sehen kann. Der aufmerksame, in sich ruhende Betrachter , erkennt im ausgelegten Kies das Wesen von Wasser, ein herausragender Stein wird zum Felsen oder einer Insel im weiten Meer. Die Hügel, mit Moos und kleinblättrigen Büschen bedeckt erscheinen als in der Ferne aufragende, bewaldete Berge. Das mächtige Bergmassiv bricht hervor, im Auge des Betrachters, durch eine harmonisch zusammengestellte Steingruppe. Beim Betrachten erkennt man sofort : ruhig, geordnet, einfach und diszipliniert. Das Anlegen eines Zen – Garten soll die Konzentration fördern und die Kreativität anregen. Hier verbindet sich Mensch und Natur. Abschalten, innere Ruhe und Zufriedenheit finden.

 

 

 

Zen Gärten - Orte der Besinnung

 

Die japanischen Zen Gärten verfolgen eine völlig andere Philosophie als es in Europa geläufig ist. Während in unseren Breiten bunte Blüten und große Pflanzen vorherrschen und das Bild bestimmen werden dort minimalistische Mittel eingesetzt um den Betrachter in eine Welt en miniature zu entführen.
Diese Form der Gartengestaltung, die den Richtlinien des yin und yang folgen, nahm ihren Ursprung schon vor circa 2000 Jahren unter dem Leitbild des Taoismus.
Die ersten typischen chinesischen Zen Gärten wurden aber erst in der Nara-Dynastie (645-794) entworfen, die um den kaiserlichen Palast angelegt waren.
Immer stärkeren Einfluss gewann die chinesische Gartengestaltung auf Japan in der Heian-Zeit (794–1185), was sich in der Ausdrucksform des Shinden Gartens wiederspiegelt. Während dieser Periode waren die Zen Gärten noch vorwiegend dem Adel vorbehalten und waren eher pompös gestaltet, da der spirituelle Hintergrund in Japan noch im Hintergrund stand. Daraus ergab sich, dass die Gärten meist bunte Abbilder, in denen Blumen und bunte Pflanzen den Eindruck prägten, bestimmter Landschaften waren.
Als sich in der Kamakura-Zeit (1185–1333) Japans Interessen von denen Chinas hatte der heutige klassische Zen Garten seine eigentliche Geburtsstunde. Von reisenden Zen Mönchen wurde eine neue Religiosität verbreitet, die sich in die Gedanken der Gartenphilosophie integrierte. Die Gärten wurden nun nach ästhetischem Grunddenken angelegt.
In der Muromachi-Epoche (1333–1573) verloren die Anlagen langsam an Farbe und begannen sich zu minimieren. Man entwarf Landschaften im Kleinformat, die durch geschickte Tricks Tiefe erzeugten und die Gärten optisch vergrößerten. Dieser Grundgedanke charakterisiert immer noch den klassischen Zen Garten.

 

Zen-Buddhismus

Zen ist eine Schule des Buddhismus, die in China entstanden ist und sich von dort auch nach Japan, Vietnam und Korea ausbreitete. Wesentlich beeinflusst wurde Zen vom chinesischen Taoismus. Zen bedeutet "Versenkung, Meditation" und so liegt auch der Schwerpunkt dieser Schule in der Meditation. Diese dient der Erkenntnis der leuchtenden Buddhanatur, die das wahre Wesen oder den Urgrund des Daseins, die erleuchtete Selbstnatur, ausmacht und vom Leiden im Kreislauf der Wiedergeburten befreit.

Erleuchtung im Buddhismus wird als das Erkennen der Illusion des Ich und der Subjekt-Objekt-Trennung aufgefasst und soll Anhaftungen an das Dasein wie Gier, Hass und Verblendung auslöschen. In der Erleuchtung wird Nirvana (Erlöschen, Verwehen) erreicht und der Geist in Weisheit und Mitgefühl vervollkommnt.

Die Praxis des Zen, die in Klöstern ausgeübt wird, umfasst Zazen (Sitzmeditation), Samu (Konzentration auf das gegenwärtige Tun), Kinhin (Meditation während des Gehens) und das Rezitieren bestimmter Texte. Typisch für Zen sind paradoxe Sprüche, die als Meditationsobjekt dienen, die Koans. Sie sollen das diskursive Denken transzendieren, um von der Illusion des Ich zu befreien. Ein solches Koan ist z.B. die Frage: Hat ein Hund Buddhanatur? Konzentration auf das Gegenwärtige während aller Beschäftigungen dient dazu, auch im Alltag Achtsamkeit zu üben.

In Japan bestehen zwei Hauptschulen des Zen. Rinzai legt den Schwerpunkt auf Koan-Meditation, Soto auf Sitzmeditation.

In Japan hat sich der Zen-Buddhismus deshalb so fest etabliert, weil der Kriegeradel der Samurai Meditation als Mittel zur Selbstdisziplin nutzte. In Ostasien hat Zen maßgeblich Kunst und Kultur wie Dichtung, Kalligraphie, Kampfkünste, Gartengestaltung und Teezeremonien beeinflusst